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Klärwerk mietet bei Atlas Copco zwei Niederdruck-Kompressoren

2010-10-26

„Das Einzige, was ich brauchte, war Luft!“
Als ein Rückstau nach heftigen Regenfällen die Druckluftversorgung im Klärwerk Markgröningen lahmlegte, musste es vor allem schnell gehen: Maximal drei, vier Tage können die Bakterien ohne Belüftung ihren Dienst verrichten. Nur zwei Tage dauerte es, bis Atlas Copco ein Mietgebläse zur Verfügung stellte, mit dem das Klärwerk im Sommer die Zeit überbrücken konnte, bis die eigentlichen Maschinen aus der Reparatur kamen.

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„Alles ging so wahnsinnig schnell“, sagt Erich Penga, „das Wasser kam wie eine Flutwelle und hat in kürzester Zeit unser ganzes Klärwerk überschwemmt.“ An einem Sonntag war das, dem 4. Juli 2010. Am Vormittag seien im Glemstal, einem malerischen, engen Tal mit Weinbergen bei Stuttgart, örtlich bis zu 80 Liter Regen auf den Quadratmeter niedergekommen. Penga, Leiter des Klärwerks in Markgröningen, war gerade in der Nachbargemeinde unterwegs, hatte im dortigen Klärwerk zu tun. „Da haben wir es als erstes gemerkt. Das Technische Hilfswerk wollte noch über den Kanal eine Entlastung herbeiführen; das ist aber nicht gelungen.“
Penga fuhr eilig zurück nach Markgröningen, traf gegen 12 Uhr mittags ein. „Da kam das Wasser schon zu den Schächten raus, bahnte sich den Weg durch einen Lichtschacht ins Gebäude und am Ende zum Belebungsbecken.“ Hin zum unterirdisch stehenden Maschinenhaus, in dem Schaltschränke und Drucklufterzeugung untergebracht sind und von dem aus über zwei Gebläse normalerweise die biologischen Becken mit Luft versorgt werden. Die Bakterien benötigen eine ständige Belüftung, etwa 30 bis 40 Kubikmeter Luft pro Minute, um sich optimal entwickeln und das Wasser klären zu können. Um 13 Uhr stand das ganze Maschinenhaus mannhoch unter Wasser. „Wir hatten 1983 schon mal eine Überschwemmung“, blickt Penga zurück. „Die Wasserhöhe von damals ist noch an der Wand eingeritzt: 1,75 Meter. Aber jetzt stand das Wasser dort unten auf über 2,20 Meter!“

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Für die Gebläse und die Schaltschränke war das zu viel: Nichts ging mehr. Die Feuerwehr hatte in den umliegenden Ortschaften mit vollgelaufenen Kellern reichlich zu tun, alle Löschzüge der Region waren im Einsatz. Das Klärwerk musste warten. Und als die ersten Fahrzeuge dann eintrafen, stellte sich heraus, dass die Pumpen nicht ausreichten. Dann ging das Wasser langsam zurück, ab etwa 16 Uhr. Inzwischen traf das Technische Hilfswerk (THW) ein: Mit größeren Pumpen versuchte man, den Schaden zu begrenzen. Doch die Kompressoren waren komplett voll Wasser gelaufen und nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Ohne Luft aber kann ein Klärwerk nicht lange arbeiten. „Drei bis vier Tage geht so etwas gut, dann muss unter allen Umständen eine Lösung her“, erklärt Erich Penga. „Sonst sterben die Bakterien ab und die biologische Reinigung funktioniert nicht mehr.“ Im Nu würden die Stickstoffbelastung und weitere Ablaufwerte auf inakzeptable Höhen steigen.
Montagmorgen kam ein Vertreter des Kompressorenherstellers. Doch sehr schnell war klar: Kurzfristig ließen sich die Maschinen nicht reparieren, vor Ort schon mal gar nicht. Penga suchte eine andere Lösung: „Alles was ich brauchte, war Luft. Und das schnell!“ Er besprach sich mit dem zuständigen Landratsamt. „Die haben mir Atlas Copco empfohlen und wussten, dass wir dort kurzfristig Ersatzgeräte mieten könnten“, sagt Penga heute erleichtert. Nachdem der Fall dem Atlas-Copco-Experten geschildert war, fällte man gemeinsam die Entscheidung, dass ein Schraubengebläse des Typs ZS 75+ VSD den Zweck erfüllen müsste: Die Maschinen verdichten die angesaugte Luft absolut ölfrei auf maximal 1,2 bar Betriebsüberdruck – mit Volumenströmen von 775 bis 2330 m3/h (oder 38,8 m3/min). Das sollte für den Bedarf im Klärwerk ausreichen. Um 0,6 bar muss hier der Druck erhöht werden, auch das passte. Noch am selben Tag wurde der Auftrag übermittelt.

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„Es dauerte dann zwei Tage, bis die Maschinen hier waren, weil sie aus Belgien herbeigeholt werden mussten“, sagt Erich Penga. „Aber das reichte uns völlig.“ Mittwoch wurde der Kompressor angeliefert, Donnerstag in Betrieb genommen. Zwar war der Öldruck zunächst nicht optimal voreingestellt, so dass er noch einmal angepasst werden musste. „Doch seitdem lief die Maschine anstandslos“, betont Penga.
Nicht anstandslos dagegen waren einige Tage später die biologischen Werte im Becken, wie der Klärwerksleiter feststellte. „Wir haben uns die Entwicklung einige Tage angeschaut. Am folgenden Dienstag forderte uns das Landratsamt dann auf, noch ein Gebläse auszuleihen, um auf der sicheren Seite zu sein.“
Am Montag der Folgewoche wurde auch der zweite Niederdruckkompressor angeschlossen und in Betrieb genommen, ein baugleicher Typ. „Normalerweise haben wir auch zwei Gebläse in Betrieb, die jeweils bis zu 3000 Kubikmeter pro Stunde liefern“, erläutert Penga. „Aber davon lief meistens nur eines, und das war oft nur zu 70 Prozent ausgelastet.“ Daher hatte man es zunächst mit nur einem ZS 75+ VSD probiert. Doch dank des schnellen Mietservices von Atlas Copco war das kein Problem: Die zweite Maschine kam prompt. Insgesamt sechs Wochen wurden so überbrückt, bis die defekten Maschinen repariert waren.


Michael Drechsler

Region Manager Europe Central

Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH

Langemarckstraße 35
45141 Essen

Christioph Angenendt

Referent Marketing Kommunikation

Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH

Langemarckstraße 35
45141 Essen