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Turboschleifer von Atlas Copco halbiert Schleifzeiten an Triebwagen-Böden

2007-08-01

Die konstruktionsbedingt unebenen Böden von Niederflur-Straßenbahnwagen glättet Bombardier Transportation mit Turbinenschleifmaschinen schnell und ergonomisch. Modifizierte Absaughauben mit extralangen Haaren führen aufwirbelnde Schleifstäube sicher ab.

Tram 3000 heißt eine neue Generation von Straßenbahnen, die von 2008 an veraltete Modelle bei den Brüsseler Verkehrsbetrieben schrittweise ersetzen wird. Im Werk Eurorail Sint-Michiels der Bombardier Transportation ist man stolz, den Zuschlag zum Bau von 60 dieser Einheiten erhalten zu haben. „Der Aufwand zum Bearbeiten der Oberflächen in der Fertigung dieser Züge ist immens", berichtet Dirk Calus und deutet in die Halle: Allerorts wird geschliffen, gebohrt, geschmirgelt und poliert. Viel Handarbeit und handwerkliches Geschick sind erforderlich.

Turboschleifer halbiert Schleifzeiten an Triebwagen-Böden
Weil die 3000er Straßenbahnwagen als Niederflurfahrzeuge konzipiert sind, gilt den Bodengruppen besonderes Augenmerk. „Konstruktionsbedingt können die Stahl- und Aluminiumböden nicht völlig eben gestaltet werden", erläutert der für den technischen Einkauf verantwortliche Calus. Darum seien die Vorbereitungen zum Aufkleben der PVC- oder Teppich-Bodenbeläge mit herkömmlichen Werkzeugen sehr zeit- und arbeitsintensiv gewesen: Schweißnähte müssen geglättet, Fehlstellen, Rundungen und Vertiefungen mit Spachtelmassen aufgefüllt und beigeschliffen werden. „Erst dann können wir die Oberböden verlegen; sonst werfen die Teppiche Falten auf oder es gibt Blasen in den PVC-Belägen", sagt Dirk Calus. Mit dem Ziel, diese Schleif- und Schmirgelarbeiten schneller und vor allem ergonomischer auszuführen, machte er sich auf die Suche nach geeigneterem Werkzeug, das er schließlich bei Atlas Copco Tools fand. Die GTG 21, eine Druckluft-Schleifmaschine mit Turbinenmotor, versprach eine Halbierung der Schleifzeiten und zugleich Vibrationswerte von deutlich unter 2,5 m/s². Mit solchen Werten werden die strengen Grenzwerte der EU-Vibrationsrichtlinie 2002/44/EG unterschritten (in Deutschland ist sie in der seit März 2007 gültigen „Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung" umgesetzt); die fünfzigprozentige Zeiteinsparung lockte den Bombardier-Einkaufsmanager zusätzlich.

„Bananen" bringen besseres Schliffbild

Turboschleifer halbiert Schleifzeiten an Triebwagen-Böden
Calus forderte eine GTG 21 zum Test an und war schnell überzeugt: Mit einer Fiberscheibe mit 180 mm Durchmesser bearbeitete der gelbe Schleifer die Polyesterharzschichten wie Butter. Ihre integrierte Drehzahlregelung hält die Geschwindigkeit des Schleifmittels auch unter Last konstant. Mit etwa 8500 Touren in der Minute – je nach Schleifaufgabe gibt es die GTGs auch mit anderen Drehzahlen – liegt die Drehzahl stets im Bereich der optimalen Schnittgeschwindigkeit des Schmirgelkorns. „Das ist wichtig für ein gutes Schliffbild", sagt Mechaniker Wilfried Dumarey. Die bislang verwendeten Maschinen hätten unter Last durchaus die Hälfte ihrer Drehzahl eingebüßt, blickt der Oberflächen-Spezialist zurück. Doch mit 2100 Watt effektiver Leistung an der Scheibe sei die GTG um ein Mehrfaches stärker, als die zuvor verwendeten Geräte.

Dass viel Leistung nicht gleichbedeutend mit viel Gewicht ist, gefällt den Werkern. Trotz der robusten Absaughaube bringt die GTG nur 2,4 kg auf die Waage. Aber das ist nur einer der Gründe, weshalb heute die Bombardier-Mitarbeiter gerne zu den gelben Schleifern greifen. Der Werkzeughandgriff ist um etwa 30° abgeknickt und erspart dem Bediener das Anwinkeln des Handgelenks. Ohne diese – bei gewöhnlichen Schleifmaschinen unvermeidbare und ermüdende – Zwangshaltung kann ein wesentlich höherer Andruck auf das Werkstück ausgeübt und die Maschine zugleich viel besser geführt werden. Wegen ihrer körpergerechten, ungewöhnlichen Bauform haben die Werker die GTG „Turbobanane" getauft.
 
Stahlkugeln eliminieren Vibrationen

Ein weiterer Vorzug des Turbinenschleifers ist ihr sogenannter Autobalancer. Bei diesem automatischen Unwuchtausgleich rotieren Stahlkugeln in einem ölgefüllten Käfig auf der Abtriebswelle und senken die Schwingungen beim Schleifen auf unbedenkliche Werte unterhalb von 2,5 m/s². Das bringt ergonomische Vorteile und wirtschaftlichen Gewinn, denn weniger Vibrationen schonen die Werkerhände, und die aufgespannten Schleifmittel halten durch den ruhigeren Lauf der Maschine bis zu einem Drittel länger. Trotzdem schienen die Bombardier-Mitarbeiter anfangs nicht begeistert von der GTG 21 zu sein. Schleifstaub vernebelte ihnen buchstäblich die Freude an den kompakten Turbos. Die hohe Abtragsleistung der kleinen Kraftpakete überforderte schlicht die Staubabsaugung. Vor allem an unebenen, stark gewölbten Flächen quollen Schleifpartikelwolken unter dem Rand der Saugleithaube hervor und trübten massiv die Umgebungsluft.

Lange Haare sind wieder in

Turboschleifer halbiert Schleifzeiten an Triebwagen-Böden
Atlas Copco reagierte schnell und lieferte den Prototyp einer vollständig geschlossenen Absaughaube. Deren besonderes Merkmal sind extralange Haare am Borstenkranz, der die Haube zur Seite hin abschließt. Die gegenüber den Standardborsten doppelt so langen Haare vermeiden selbst bei großen Höhenunterschieden und Wölbungen im Bauteil zuverlässig das Austreten von Staubwolken, versichert Dumarey. Das Tragen eines Atemschutzes sei nicht mehr nötig; ein normaler Industriestaubsauger reiche als Vakuumquelle vollkommen aus. Die extralangen Haare bietet Atlas Copco inzwischen als ergänzendes Standardzubehör an.

Die effektive und preiswerte Lösung mit den „Beatles-Haaren" stellte auch Dirk Calus zufrieden, der inzwischen weitere GTGs für das Tram-3000-Projekt angeschafft hat. Durch die höhere Produktivität und gute Ergonomie habe sich die Investition in die GTG-Turbinenschleifer für Bombardier „schon nach wenigen Wochen bezahlt gemacht".
 
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