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Impulsschrauber halbieren Montagezeit an Drehkränzen von Arbeitsbühnen

2007-04-16

Mit Impulsschraubern hoch hinaus

Druckluftwerkzeuge halbieren Montagezeit an Drehkränzen von Arbeitsbühnen
Seit über 50 Jahren sind sie ein fester Bestandteil des Straßenbildes, die „Steiger"-Hubarbeitsbühnen aus dem münsterländischen Gescher-Hochmoor. Impulsschrauber haben den Montageaufwand für die Drehkranzverschraubungen halbiert. (Bild: Ruthmann)

 

Bei der Montage seiner Drehkränze setzt die Anton Ruthmann GmbH & Co. KG aus Hochmoor seit einigen Monaten auf Ergopuls-Druckluftschrauber von Atlas Copco Tools. Damit montiert man in der Hälfte der Zeit und erhält ohne nachzuknicken immer die richtigen Drehmomente. Die Drehkränze sind das funktionskritische Bindeglied zwischen fahrbarem Untersatz und Hubwerk der mobilen „Steiger"-Hubarbeitsbühnen. Damit sie in Arbeitshöhen zwischen elf und 100 Metern sicheren Stand bieten, müssen die Schraubverbindungen hohen Qualitätsanforderungen genügen.

Druckluftwerkzeuge halbieren Montagezeit an Drehkränzen von Arbeitsbühnen
Der Drehkranz verbindet das Hubwerk mit dem fahrbaren Untersatz. Bei Arbeitshöhen der Hubbühnen von bis zu 100 m muss der Drehkranz sicher halten. (Bild: Atlas Copco Tools)

 
 

„Vorher haben wir so ziemlich alle Montagetechniken ausprobiert, die der Markt hergibt", berichtet Industriemeister Johannes Thesing. „Und am Ende sind wir bei der guten alten Druckluft gelandet." Die hatte zwar früher schon einmal als Antriebsenergie für Schlagschrauber gedient, aber die Maschinen waren zu laut und zu ungenau. Beim Einrichten einer neuen Fertigungshalle rüstete man vor einigen Jahren dann auf elektrisch angetriebene Schlagschrauber um; doch bis auf den Wegfall der Drucklufterzeugung brachten diese Werkzeuge keine Vorteile. Der im Verhältnis zu einem Druckluftantrieb recht große Elektromotor machte die Schrauber sogar noch klobiger.

„Die Elektroschrauber montierten zwar schnell, aber nicht genauer als ihre Druckluft-Vorgänger", sagt Thesing. Das war der Qualitätssicherung ein Dorn im Auge. Jede einzelne Schraube eines Drehkranzes – insgesamt sind es 40 bis 80 – musste von Hand mit einem Prüfschlüssel nachgezogen werden, damit das Drehmoment stimmte. Bei den 100 mm langen Schrauben der Größe M16 war das Nachknicken nicht nur ein gehöriger Kraftaufwand, sondern „es ging auch gewaltig in die Zeit", wie Fertigungsleiter Thomas Brucksch festhält. Je nach Steiger-Modell müssen die M16er Schrauben Dehnhülsen mit 110, 135 oder 240 Newtonmetern (Nm) vorspannen. Pro Stück dauerte das früher eine halbe Minute.

Druckluftwerkzeuge halbieren Montagezeit an Drehkränzen von Arbeitsbühnen
Weil die Ergopuls-Schrauber schneller, leiser und genauer montieren, haben sie die zuvor eingesetzten Elektro-Schlagschrauber aus der Drehkranzmontage bei Ruthmann verdrängt. (Bild: Atlas Copco Tools)
 

Ein testweise eingesetzter hydraulischer Hochmomentschrauber brachte das geforderte Drehmoment, montierte aber ungleich langsamer. Wegen seiner Größe ließ er sich längst nicht für jeden Schraubfall einsetzen, und wegen des unpraktischen Handlings akzeptierten ihn die Monteure nicht. Also gingen Brucksch und Thesing wieder auf die Suche. Bei dem Ergopuls griffen sie dann zu. Freilich erst nach gründlichem Test, denn das Versprechen des Herstellers, „bei deutlich geringerem Gewicht so schnell wie ein Schlagschrauber zu montieren und das Nachknicken überflüssig zu machen", klang fast zu schön, um wahr zu sein.

Kombination von Luft und Öl sorgt für die richtige Power

Zwei Ergopuls-Maschinen (EP) gingen an den Start; für die kleineren Drehmomente (110 und 135 Nm) das Modell EP 12 PTS, für die schweren 240-Nm-Schraubfälle die Ausführung EP 14 PTS. Beide schalten das Werkzeug automatisch ab, sobald das voreingestellte Drehmoment erreicht ist. So wird laut Atlas Copco das „Überschießen", ein Überschreiten des Drehmoments, verhindert. Die Wiederholgenauigkeit erreicht ± 12,5 % über sechs Sigma. „Das entsprach genau unseren Toleranzvorgaben für die Drehkränze", sagt Meister Thesing.

Druckluftwerkzeuge halbieren Montagezeit an Drehkränzen von Arbeitsbühnen
Ralf Paschert spannt mit den Ergopuls-Schrauber Dehnhülsen vor. Zwischen 40 und 80 M16er Schrauben sind je nach Drehkranz mit 110 bis 240 Nm zu montieren. (Bild: Atlas Copco Tools) 

 


Verblüfft war der Steiger-Hersteller über die hohe Montagegeschwindigkeit der kompakten Impulsschrauber, die mit bis zu 4200 (EP 12 PTS) beziehungsweise 4000 Umdrehungen pro Minute (EP 14 PTS) montieren. Möglich macht dies ihr besonderes Antriebskonzept: Ein kraftvoller Doppelkammer-Druckluftmotor treibt im Leichtmetallgehäuse des Ergopuls eine hydraulische Impulszelle an, die das Drehmoment um den Faktor 100 steigert. Im Gegensatz zum verschleißanfälligen Schlagwerk eines Schlagschraubers läuft bei der ölgefüllten Impulszelle also alles buchstäblich wie geschmiert. Die „Öldämpfung" sorgt nicht nur für einen ruhigeren, leiseren Lauf; sie macht die Schrauber auch praktisch rückschlagfrei. Das überzeugte die Verantwortlichen bei Ruthmann.
 
Trotz des Aufwands, eine komplett neue Druckluftversorgung in die Montagehalle zu legen, entschloss man sich nach dem Versuchseinsatz schnell, die elektrischen Schlagschrauber aus der Steigerfertigung abzuziehen. Mit der Umrüstung auf die Ergopuls-Schrauber „ist der Lärm in der Fertigungshalle praktisch fortgefallen", freuen sich Thomas Brucksch und Johannes Thesing. Da der Zeitaufwand je Schraube halbiert werden konnte, fiel die Investition in die neuen Schraubwerkzeuge leicht. „Und statt jede einzelne Drehkranz-Schraubverbindung nachzuknicken, reichen nun gelegentliche Stichproben aus", sagt Thesing.

Über die Anton Ruthmann GmbH & Co. KG

Bislang rund 10 000 fahrbare Hubarbeitsbühnen mit Arbeitshöhen zwischen 11 und 100 Metern haben die Anton Ruthmann GmbH & Co. KG in Gescher-Hochmoor zum weltweiten Marktführer gemacht. Vierzig Varianten des Steigers werden heute in dem münsterländischen Betrieb gefertigt. Angesichts der „Tragweite" der Produkte legen alle 250 Mitarbeiter besonderes Augenmerk auf Qualität und Prozesssicherheit.