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Ohne Lärm zum Truck

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Hochmomentschrauber senken Lärmpegel im Lkw-Rahmenbau

Da selbst Impulsschrauber bei den Montagearbeiten an den Stahlrahmen von Trucks zu viel Lärm verursachen, ersetzte MAN Truck & Bus sie durch Tensor-Revo-Werkzeuge von Atlas Copco Tools. Die elektronisch gesteuerten Hochmomentschrauber konnten außerdem hinsichtlich des Handlings und der Dokumentationsfähigkeit punkten. Die hohe Variabilität in der Lkw-Fertigung lässt sich mit den Werkzeugen ebenfalls sehr effektiv handhaben.

Essen, Februar 2014. Anlässlich der 64. IAA Nutzfahrzeuge zeigte MAN unter vielen Neuerungen mit dem Metropolis ein Hybrid-Forschungsfahrzeug für den Einsatz in Innenstädten. Wird seine Lithium-Ionen-Batterie mit regenerativ erzeugtem Strom geladen, lassen sich auch schwere Transportaufgaben ohne Kohlendioxid-Ausstoß erledigen. Emissionsarm ist der Lkw beim Elektrobetrieb noch in einer anderen Hinsicht: Es fährt besonders geräuscharm. Den Lärm hatten auch die Fertigungsplaner bei MAN im Visier, als sie für das Werk München der MAN Truck & Bus AG nach einer Alternative zu den Impulsschraubern suchten. Obwohl diese prinzipiell schon leise sind, übertragen sich ihre Schlagimpulse auf die Stahlträger und verursachen laute Geräusche bei der Lkw-Montage. „Unsere Mitarbeiter mussten zwar keinen Gehörschutz tragen, manche machten das aber doch ganz gerne“, sagt Prozessplaner Christian Pawel. „In der Halle war es einfach zu laut.“

Heute ist selbst eine Besprechung entlang der Fertigungslinie kein Problem. Denn die Impulsschrauber werden nach und nach durch Tensor-Revo-Schrauber von Atlas Copco Tools ersetzt – Elektro-Hochmomentschrauber, die je nach Ausführung Drehmomente bis zu 1000 Nm bewältigen, dabei aber selbst in der leistungsstärksten Ausführung nur rund 6 kg wiegen. „Die neuen Schrauber sind wesentlich ruhiger, viel angenehmer für die Ohren“, fährt Pawel fort. „Zudem bieten sie auch bezüglich der Schraubaufgaben die erforderliche Flexibilität.“ Kaum ein Truck gleicht dem anderen, Fahrgestelle mit zwei, drei, vier oder fünf Achsen wechseln sich ab, und Fahrzeuge für den Fernverkehr sind anders gebaut als solche für den Baustelleneinsatz. Entsprechend vielfältig sind die Anbauteile, und die Monteure müssen mal von der Seite, mal von innen schrauben. „Eine Automatisierung mit Montagestationen für fest vorgegebene Aufgaben macht bei dieser Variabilität keinen Sinn, die Schraubwerkzeuge müssen entsprechend flexibel nutzbar sein.“

Die MAN-Verantwortlichen hatten vorab das Angebot an Hochmomentschraubern auf dem Markt gesichtet und verschiedene Werkzeuge getestet. „Bezüglich der wichtigen Aspekte Zugänglichkeit und Drehzahl hat Atlas Copco das Rennen gemacht“, erinnert sich Christian Pawel, „obwohl wir uns gerade bei der Geschwindigkeit noch mehr Leistung wünschen würden.“

Schnelligkeit ist entscheidendes Kriterium

Impulsschrauber seien zwar laut, aber schneller. Bislang gebe es jedoch auf dem Markt keine handgeführten Elektroschrauber, die an die Drehzahlen ihrer Druckluft-Pendants herankämen. „Für uns war das ein kritischer Punkt, denn bei der Umstellung der Fertigungslinien müssen wir auf die Taktzeit achten – die Schnelligkeit der Werkzeuge spielt deshalb eine wichtige Rolle.“ Die Revos erwiesen sich allerdings als schnell genug für die vorgegebenen Taktzeiten.

Ein weiterer wesentlicher Pluspunkt der Elektroschrauber sei die Qualität der Verschraubung, fährt der MAN-Prozessplaner fort. „Die konnten wir weiter steigern, weil ein elektronisch gesteuerter Schrauber eine Warnmeldung ausgibt, wenn eine Verbindung nicht korrekt angezogen wurde.“ Der Monteur kann dann umgehend den Fehler beheben. Ebenfalls von Vorteil ist, dass sich mit den Revos die Arbeit einfacher als zuvor dokumentieren lässt. „Das setzen wir nach und nach auch an Bauteilen um, die nicht zwingend dokumentationspflichtig sind. Wir erfassen die Werte und können bei Bedarf auf sie zurückgreifen.“ Darüber hinaus arbeiten die Tensoren genauer. Durch Schwankungen des Luftdrucks konnte das Anzugsmoment der Impulsschrauber um rund 15 % vom Sollwert abweichen – bei den Elektroschraubern sind es nun nur noch rund 7 %.

Die modernen Werkzeuge überzeugten auch die MAN-Mitarbeiter, obwohl diese sich umstellen mussten. Denn obgleich die Revos für ihre Leistungsfähigkeit schon sehr kompakt sind, sind sie doch schwerer als die alten Impulsschrauber. Zudem muss mit einem Gegenhalter gearbeitet werden, der das Handling erschwert. „Das ist natürlich stets ein Kompromiss, aber die Atlas-Copco-Werkzeuge stellen hier den besten Mittelweg dar“, so Pawel weiter.

Werkzeuge sind leiser und vibrationsärmer

„Und nach der Eingewöhnungsphase kommen nun positive Stimmen seitens unserer Kollegen, die gegenüber den Impulsschraubern sowohl das Handling als auch die Geschwindigkeit akzeptieren, weil die Werkzeuge nicht nur leiser sind, sondern aufgrund weniger Vibrationen das Handgelenk schonen.“ Hinzu komme, dass an Stellen, an denen zuvor schon mit Abstützungen gearbeitet wurde, der Revo sogar schneller sei. „Auf Dauer überzeugen eben die Vorteile der elektronisch gesteuerten Schraubtechnik.“

Um die Arbeit weiter zu erleichtern, modifizierte Atlas Copco zudem die Werkzeuge. „Wir arbeiten überwiegend mit zwei Drehmomentwerten“, sagt Christian Pawel abschließend. Alles, was 280 Nm erfordere, sei mit den „normalen“ schwarzen Schraubern zu erledigen. Genügen 200 Nm, erkennt der Monteur das passende Werkzeug an der roten Gehäusekappe – eine Sonderanfertigung von Atlas Copco für MAN. Darüber hinaus wurde auch die Kabelführung modifiziert. „Für uns boten sich Winkelstecker an, da sie das Handling weiter erleichtern – alle neuen Geräte für uns werden deshalb bereits ab Werk damit ausgerüstet.“

((Kurzinfo zum Werkzeug))

Tensor Revo 
  • Kompakter Elektroschrauber für hohe Drehmomente bis 1000 Nm 
  • Mit Pistolengriff 
  • Vergleichsweise geringes Gewicht (maximal 6 kg) 
  • Einsatz: handgehalten mit Gegenhalter oder eingespannt in Vorrichtungen 
  • Dokumentationsfähige Montage 
  • Patentierter 360°-Schwenkanschluss

Zur MAN Truck & Bus AG

Die MAN Gruppe ist eines der führenden Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbauunternehmen Europas. MAN Truck & Bus mit Sitz in München ist darin neben MAN Diesel & Turbo und MAN Latin America der größte von drei Teilkonzernen. Das Unternehmen produziert Lkw mit 7,49 bis 44 t Gesamtgewicht, schwere Sonderfahrzeuge bis 250 t Zuggesamtgewicht sowie Stadt-, Überland- und Reisebusse. Daneben werden Diesel- und Erdgasmotoren hergestellt. Produktionsstandorte in Deutschland sind neben München auch Nürnberg, Salzgitter und Plauen. www.mantruckandbus.com


Bild 1: Mit den beiden schweren Lkw-Baureihen TGX (Bild) und TGS legte MAN Truck & Bus die Grundlage für leistungsfähige und effiziente Transportlösungen. Aufbauend auf diesem Fahrzeugkonzept, wurden zur IAA Nutzfahrzeuge 2012 die neuen TG-Fahrzeuge vorgestellt, die die Anforderungen des künftigen Abgasstandards Euro 6 erfüllen. (Bild: MAN)


Bilder 2 und 3: Bei Arbeiten im Lkw-Rahmenbau haben Tensor-Revo-Hochmomentschrauber von Atlas Copco Tools die alten Impulsschrauber verdrängt. Deren Schlagimpulse übertrugen sich sehr geräuschvoll auf die großen Stahlbaugruppen, was den Lärmpegel in der Halle deutlich erhöhte. Die Revos arbeiten wesentlich leiser und präziser – und sind flexibel einsetzbar. (Bild: Atlas Copco Tools) ((BU für die beiden Hochformate.))


Bild 3: Stahlrahmen als Lärmverstärker: Die frühere Montage mit Impulsschraubern war so laut, dass Gespräche an der Linie kaum möglich waren. Die Tensor-Revo-Hochmomentschrauber erwiesen sich als gute Alternative – und geben dem Monteur außerdem direkt eine Rückmeldung, wenn die Verschraubung nicht korrekt ausgeführt wurde. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 5: „Die neuen Schrauber sind wesentlich ruhiger, viel angenehmer für die Ohren“, sagt Christian Pawel, Prozessplaner bei MAN Truck & Bus in München zu den Tensor-Revo-Hochmomentschraubern. „Mit den Impulsschraubern war es in der Halle früher einfach zu laut.“ (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 6: Atlas Copco modifizierte für MAN die Revos. Werden 280 Nm benötigt, greifen die Monteure zu den Modellen mit der normalen schwarzen Gehäusekappe, solche für 200 Nm besitzen eine rote. (Bilder: Atlas Copco Tools)