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Flexible Brillen flexibel montiert

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„Kleinste“ Drehmomente für selbstschneidende Schrauben

Die Sport- und Lifestyle-Brillen der Marke Gloryfy sind absolut bruchsicher. Montiert werden sie mit einem elektronisch gesteuerten Kleinschrauber des Typs Microtorque ETD M von Atlas Copco Tools. Die Steuerung des Werkzeugs verwaltet die Parametersätze für verschiedene Brillenmodelle; montiert wird unter anderem mit selbstschneidenden M1,4-Schrauben bei wenigen Newton-Zentimetern.

Essen/Mayrhofen, November 2013 – Sportarten wie Biken, Skaten, Klettern und Surfen machen nicht nur Spaß, sie sind auch eine Herausforderung für den Sportler: Er muss seinen Körper beherrschen, reaktionsschnell und hoch konzentriert sein – und die richtige Ausrüstung tragen. Einem Teil dieser Ausrüstung hat sich die IQ brand, design & production GmbH aus dem österreichischen Mayrhofen verschrieben: Sie stellt Brillen der Marke „Gloryfy unbreakable“ her. Von Alpinist David Lama über Surfer Robby Swift, DTM-Champion Timo Scheider bis hin zu Eiskletterer Markus Bendler tragen bekannte Extremsportler diese Brillen. Auch Jürgen Vogel ist unter den Markenbotschaftern.

Diese „unkaputtbaren“ Brillen hat Erfinder und Firmenchef Christoph Egger vor allem für Hochleistungssportler konzipiert. Auslöser für die Produktidee war der Sportunfall eines Freundes, der durch seine Brille eine schwere Augenverletzung erlitt. Egger entwickelte gemeinsam mit Kunststoffherstellern ein absolut bruchfreies Material als Basis für seine unzerbrechlichen Brillen. Denn die Brille sollte schließlich die Augen gegen Zugluft, Sonne oder umherfliegende Partikel schützen – und nicht selbst zum Risiko werden. Nicht nur der Rahmen der „Gloryfy unbreakable“ ist daher flexibel; auch die Gläser sind biegsam – und können bei Unfällen den Augen nicht mehr gefährlich werden.

Microtorque-Schrauber befestigt Logos und schont die Finger

Die Produktionsstätte des jungen Unternehmens, das erst seit fünf Jahren am Markt ist, liegt im Zillertal. Hier werden die Brillen gefertigt, auf Qualität geprüft und verpackt. Zwei Mitarbeiterinnen für Montagetechnik und Qualitätssicherung, Sonja Dornauer und Yvonne Hotter, schrauben mit Hilfe eines Microtorque-Schraubers von Atlas Copco Tools die Logos seitlich an die Bügel der Sport-Style-Brillen, mit denen Gloryfy in Österreich bekannt wurde. Mittlerweile gibt es auch eine etwas modischere Lifestyle-Kollektion, die man aber ebenso gefahrlos beim Sport tragen kann.

Die nur 4 mm langen Schlitzschrauben der Größe M 1,4, mit denen das Gloryfy-Markenzeichen fest an die Bügel der Sport-Style-Brillen montiert wird, zogen Sonja Dornauer und Yvonne Hotter bis vor einem Jahr noch mit einem Handschrauber an. „Wir mussten die Schrauben mit den Fingerspitzen aufnehmen, einfädeln und mit dem Handschrauber festziehen“, sagt Dornauer. „Da taten uns mit der Zeit ganz schön die Finger weh.“ Für die größer werdenden Stückzahlen war dieser Prozess ungeeignet. Das Unternehmen suchte und fand eine Lösung: einen elektronisch gesteuerten Microtorque-Schrauber von Atlas Copco Tools.

Mit dem Modell ETD M 25 AVD montieren die Mitarbeiterinnen heute schmerzfrei – und weit schneller als früher. Ungefähr 700 Brillen schaffen sie am Tag. Der gesteuerte Elektro-Handschrauber lässt sich leicht bedienen, und im Gegensatz zur manuellen Montage müssen die Frauen jetzt nicht mehr „mit Druck“ arbeiten. Weitere Vorteile des Microtorque-Schraubers sind der komfortable Griff und das geringe Gewicht. Der Elektroschrauber arbeitet außerdem sehr leise.

Zweistufige Montage auf 10,5 Newton-Zentimeter

Sehr komfortabel geht heute die Aufnahme der Schrauben vonstatten: Sie werden zu Dutzenden in einem Tray am Arbeitsplatz bevorratet. Der hat ein kleine Vorratswanne und 50 Mini-Trichter. Wenn Sonja Dornauer den Tray schüttelt, bewegen sich die Schrauben zu den Trichtern und kommen mit dem Köpfchen nach oben zum Liegen – bereit für die Montage. Das Atlas-Copco-Schraubwerkzeug wiederum hat eine automatische Ansaug-Vorrichtung, so dass die Mitarbeiterin die Schrauben mühelos lagerichtig aufnehmen und zur Schraubstelle führen kann. In zwei Stufen zieht der M 25 AVB dann auf das vorgegebene Drehmoment an. „Nach einer langsameren Findestufe dreht der Schrauber schneller und schaltet bei 10,5 Newtonzentimetern ab“, erklärt Sonja Dornauer (10,5 Ncm = 0,105 Nm = 0,105 Newtonmeter).

Scharniermontage mit selbstschneidenden Schrauben

Während die Logos theoretisch noch mit der Hand montiert werden könnten, ist der Microtorque-Schrauber für die Montage der neuen Brillenmodelle aus der Lifestyle-Kollektion unersetzlich. Diese Serie sei ebenfalls bruchsicher, heißt es, aber nicht unbedingt für den Hochleistungssport ausgelegt. Denn die Bügel und Rahmen sind viel dünner als diejenigen der Sportbrillen, die Lifestyle-Modelle daher etwas filigraner. Und während Bügel, Rahmen und Gläser der Sportmodelle durch einen Klickmechanismus miteinander verbunden sind – und sich bei Überdehnung automatisch lösen –, sind die Bügel an den Lifestyle-Brillen mit Scharnieren verschraubt.

Diese Scharniere werden mit vier selbstschneidenden Kreuzschlitzschrauben (M 1,4 x 2,5) je Seite montiert. „Von Hand wäre das gar nicht möglich“, betont Dornauer. „So viel Kraft kann man mit den Fingern kaum aufbringen, dass sich die Schraube selbst ein Loch furcht.“ Auch diese Brillen werden daher mit einem Microtorque-Werkzeug montiert, das alle acht Schrauben je Brille sicher anzieht.

Bis zum Sommer waren in der Microtorque-Focus-Steuerung des ETD M 25 AVB die Parametersätze für beide Schraubfälle – Logos und Scharniere – gespeichert. Die Programmierung hatte ein Experte von Atlas Copco Tools vorgenommen. Dornauer und Hotter wählten einfach das Programm, das sie gerade benötigten. Mit diesen beiden Programmen stößt der Microtorque-Schrauber übrigens noch lange nicht an seine Grenzen: Bis zu 64 verschiedene Parametersätze und neun Jobs können programmiert werden. Damit ist der Schrauber ungefähr so flexibel und vielseitig wie die Brillenkollektion, die mit ihm montiert wird. Als Anziehstrategien sind neben Drehmomentsteuerung auch Drehwinkel- und Drehzahlsteuerung möglich.

Zweiter Schrauber für noch kleinere Drehmomente

Für die Verschraubung der Scharniere lag das Drehmoment in den ersten Monaten noch etwas über dem optimalen Wert. „Ideal sind sechs Newtonzentimeter“, sagt Dornauer. Der ETD M 25 ist jedoch für Drehmomente von 7,5 bis 25 Ncm ausgelegt, so dass die Damen eine Zeitlang mit einem etwas höheren Drehmoment montierten. Doch da man mit dem ersten Microtorque hochzufrieden war, bestellte Gloryfy einfach ein weiteres Gerät: den Microtorque ETD M 10 A 400 A. Dieses Modell eignet sich für noch kleinere Drehmomente zwischen 3 und 10 Ncm – und wurde in diesem Sommer in Betrieb genommen.

Damit ist das junge Unternehmen für zukünftige Projekte noch besser aufgestellt: In diesem Jahr werden die Österreicher schätzungsweise 80000 bis 100000 Gloryfy-Brillen verkaufen. Und 2014 kommt die Brille sogar ins Kino: Eine Dokumentation beschreibt das Abenteuer von Kletter-Wunderkind David Lama am Cerro Torre in Chile. Mit dabei: diverse Gloryfy-Modelle, die Lama bei seiner Erstbesteigung verwendet hat, um seine Augen vor der aggressiven Höhensonne und herunterfallenden Fels- und Eisbrocken zu schützen.
 
Autorin: Ulrike Preuß


Bild 1: Mit einem Microtorque-Schrauber werden die Gloryfy-Logos am Bügel der Brille montiert. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 2: Nach kurzem Schütteln legen sich die Schrauben mit ihren Köpfen nach oben in die Trichter. Per Vakuumansaugung kann der Schrauber die Schrauben aufnehmen. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 3: 4 mm lang sind die Schlitzschrauben der Größe M 1,4, mit denen das Gloryfy-Markenzeichen an den Bügeln der Sport-Style-Brillen befestigt wird. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 4: An den Lifestyle-Modellen müssen pro Bügel vier selbstschneidende Schrauben angezogen werden. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 5: Diese Kunststoff-Logos werden in den Bügel eingesetzt und von hinten (die hier sichtbare Seite) mit einer kleinen Schlitzschraube befestigt. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bilder 6 und 7: Für das Foto führt Sonja Dornauer noch einmal vor, wie sie früher die Schrauben rein manuell eingefädelt (Bild oben) und festgezogen (unten) hat. (Bilder: Atlas Copco Tools)