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Schlagschrauber und Lärm ade

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Forstmaschinen: Rückewagen mit 300 Nm sicher und leise montiert

Schlagschrauber sind vor allem laut – und nur vordergründig günstig. Der Lärm brachte den Maschinenbauer Pfanzelt dazu, in der Montage von Rückewagengestellen auf druckluftbetriebene Hochmomentschrauber des Typs LTP 61 umzustellen. Das schont die Ohren aller Mitarbeiter – und verbessert die Präzision. Zudem entfällt das Nachknicken.

Essen/Rettenbach, Oktober 2013 – „Der Lärm war unerträglich“, erinnert sich Roland Sterk an die Zeit, als man die Rückewagen noch mit dem Schlagschrauber montierte. „Wurden an einem Tag mehrere Fahrzeuggestelle verschraubt, war das nicht nur für den Monteur, sondern für alle Mitarbeiter in der Halle sehr laut und belastend“, sagt Sterk, der bei der Pfanzelt Maschinenbau GmbH in Rettenbach für Werkzeuge und spanende Fertigung verantwortlich ist. Denn Schlagschrauber übertragen ihre Kraft mit lauten Schlägen auf den Stahl und erreichen dabei schnell Lärmpegel, die auf Dauer die Gesundheit schädigen können.

Heute ist es in der Halle dagegen selbst bei Hochbetrieb angenehm ruhig. Möglich macht dies ein Hochmomentschrauber des Typs LTP 61 von Atlas Copco Tools, der hohe Drehmomentleistung und Wiederholgenauigkeit bietet – und sehr leise arbeitet. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem Druckluftwerkzeug, auch wenn der Auswahlprozess beschwerlich war.“ Einer der Gründe: Verschraubt wird in Quetschmuttern hinein – und was früher ein Mitarbeiter allein bewältigte, erfordert nun einen zweiten Mann zum Gegenhalten. „Ergonomie und Prozesssicherheit rechtfertigen dies aber“, betont Sterk.

In der Forstwirtschaft werden mit Rückewagen und dem auf ihnen montierten Kran die Baumstämme eingesammelt und abtransportiert. Die Fahrzeuge sind hohen Belastungen ausgesetzt – und durchgängig verschraubte Fahrzeuggestelle haben sich als dauerhafter erwiesen als Schweißkonstruktionen. Je nach Typ nutzt Pfanzelt Schraubverbindungen mit selbstsichernden Quetschmuttern der Größe M16 oder M20, die mit Drehmomenten von 240 oder 300 Nm angezogen werden müssen. Mit dem vergleichsweise leichten – aber lauten – Schlagschrauber genügte ein Mitarbeiter, der selbst die Mutter gegenhalten konnte. Allerdings musste er in einem weiteren Arbeitsgang alle Verbindungen mit einem Drehmomentschlüssel nachknicken, um den korrekten Anzug sicherzustellen. Denn bei Schlagschraubern kann allein durch Schwankungen der Druckluft das Anzugsdrehmoment von einer Schraube zur nächsten um ± 18 % abweichen.

Höhere Prozesssicherheit rechtfertigt zweiten Mann

Um den Lärm zu verhindern, wurden mehrere Möglichkeiten in Betracht gezogen, unter anderem eine Schallschutzkabine. Diese wurde aber wegen des komplizierten Handlings beim Ein- und Ausfahren des Gestells verworfen. „Und gegen den Einsatz des leisen Hochmomentschraubers sprach zunächst, dass ein zweiter Mitarbeiter zum Gegenhalten gebraucht wird“, sagt Sterk. Er steckte in einer Zwickmühle: Einerseits wollte er den Lärm des Schlagschraubers vermeiden, andererseits musste er die Wirtschaftlichkeit des Montageprozesses im Auge behalten. Letztlich setzte sich der Hochmomentschrauber durch. Denn die Genauigkeit, mit der der LTP 61 auf das vorgegebene Drehmoment anzieht, macht die Montage prozesssicher. „Das ist gerade im Fahrzeugbau, insbesondere mit Straßenverkehrszulassung, sehr wichtig und erspart uns das Nachknicken.“ Damit konnte er den Einsatz des zweiten Manns intern begründen.

Neben dem niedrigen Geräuschpegel punktet der LTP 61 mit ergonomischer Handhabung: Der Griff ist gut ausbalanciert, und das Werkzeug ist für die hohe Leistung sehr leicht. Auch die Momentenstütze, die das Reaktionsmoment auffängt, erleichtert dem Werker die Arbeit. Zumal die Tandemmotoren des LTP 61 mit den Schraubverbindungen „kurzen Prozess“ machen.

„Angesichts der Quetschmuttern ist das keine leichte Aufgabe“, erläutert Sterk. Laut DIN müsste beim Anziehen bis zur Kopfauflage ein Drehmoment von 29,4 Nm genügen, in der Praxis seien aber häufig höhere Werte erforderlich. „Wir merken das daran, dass der Schrauber früher vom Schnellgang in die zweite Stufe schaltet, in der er das volle Endmoment erreicht.“ Die Fertigungsabweichungen bei den Quetschmuttern verursachten eine hohe Streuung.

Um M16er- und M20er-Schrauben montieren zu können, hat Pfanzelt den LTP 61 in der Multitorque-Ausführung geordert. Sie ermöglicht das mehrstufige Anziehen mit bis zu vier verschiedenen Drehmomentwerten. Der Wahl des Modells mit einem Drehmomentbereich von 190 bis 350 Nm bei 6,3 bar Druck war eine gründliche Analyse des Schraubfalls vorausgegangen. „Atlas Copco hat das sehr akribisch mit dem Drehmomentschlüssel untersucht“, betont Roland Sterk. „Beide Schraubfälle beherrschen wir nun prozesssicher.“
 
 

Zur Pfanzelt Maschinenbau GmbH
Mit dem nach eigenen Angaben umfangreichsten Forstprogramm eines deutschen Herstellers liefert das Unternehmen mit Sitz in Rettenbach im Allgäu schweres Gerät für Land-, Forst- und Kommunalwirtschaft. Durch die Lage des Unternehmens im waldreichen Alpenvorland liegt das Testgelände der seit über 15 Jahren tätigen Ideenschmiede direkt vor der Haustür. Nur Produkte, die ihre Zuverlässigkeit unter Echtbedingungen in schwierigem Gelände bewiesen haben, verlassen das Haus. Ideen und Wünsche der Kunden sind dem Unternehmen zudem Ansporn für Veränderung und Weiterentwicklung.          www.pfanzelt-maschinenbau.de


Bild 1: Mit Rückewagen und dem auf ihnen montierten Kran werden in der Forstwirtschaft Baumstämme eingesammelt und abtransportiert. Die Fahrgestelle werden verschraubt und nicht verschweißt, was sie laut Hersteller Pfanzelt Maschinenbau robuster macht. (Bild: Pfanzelt Maschinenbau)


Bild 2 (Alternativbild): Mit Rückewagen und dem auf ihnen montierten Kran werden in der Forstwirtschaft Baumstämme eingesammelt und abtransportiert. Die Fahrgestelle werden verschraubt und nicht verschweißt, was sie laut Hersteller Pfanzelt Maschinenbau robuster macht. (Bild: Pfanzelt Maschinenbau)


Bild 3: „Ergonomie und Prozesssicherheit rechtfertigen sogar einen zweiten Mann bei der Montage“, sagt Roland Sterk, bei Pfanzelt Maschinenbau verantwortlich für Werkzeuge und die spanende Fertigung. „Der Lärmpegel war früher unerträglich. Jetzt erledigt das der Hochmomentschrauber sehr leise und prozesssicher.“ (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 4: Die Montage von Fahrgestellen für Rückewagen macht der Hochmomentschrauber des Typs LTP 61 sehr ergonomisch: Eine Momentenstütze fängt das Reaktionsmoment auf, und der Werker kann den Schrauber mit einer Hand halten. Noch wichtiger ist: Gegenüber Schlagschraubern ist der LTP 61 flüsterleise. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 5: Mit dem Multitorque-Aufsatz zieht der druckluftbetriebene Hochmomentschrauber des Typs LTP 61 von Atlas Copco Tools bei Pfanzelt sowohl M16er-Schrauben mit 240 Nm als auch M20er mit 300 Nm an. Die Selbstabschaltung stellt die korrekte Montage mit dem geforderten Drehmoment sicher und macht das Nachknicken überflüssig. (Bild: Atlas Copco Tools)