Mit Cookies können wir unsere Serviceleistungen besser erbringen. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Personenbezogene Daten werden nicht gespeichert. Hier erfahren Sie mehr.

In Deutschland / Presse / Industriewerkzeuge / Montage von Flanschverbindungen erfordert Fachkenntnis

Montage von Flanschverbindungen erfordert Fachkenntnis

Textdownload


Bilderdownload


Atlas Copco Tools auf der Control (6. bis 9. Mai in Stuttgart): Halle 7, Stand 7226
Schulungsangebot zur neuen Europa-Norm DIN EN 1591-4

Kein Kraftwerk, keine Raffinerie und kein Chemiewerk ohne Flanschverbindungen. Doch deren Montage – speziell bei druckbeaufschlagten Rohrleitungen – ist nichts für Laien. Darum hat der Gesetzgeber die Anforderungen jetzt deutlich verschärft. Was bei Erstellung, Betrieb und Instandhaltung der Flansche gemäß DIN EN 1591-4 zu beachten ist, lernen Interessierte in neuen Trainings von Atlas Copco Tools. Auf der Control in Stuttgart stellt Atlas Copco dieses und andere Seminare rund um die Schraubmontage vor.

Essen, 27. März 2014. Fehlerhaft montierte Dichtverbindungen sind nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein Risiko. Mängel in Schraubverbindungen bilden eine der Hauptursachen für Leckagen in der Prozessindustrie. Versagt eine Flanschverbindung in der Anwendung, drohen neben unnötigen Kosten vor allem Produktionsverluste, Umweltbelastungen und sogar Explosionsrisiken. „Darum sollten Dichtverbindungen in druckbeaufschlagten Systemen nur durch sachkundiges, allgemein befähigtes Personal vorgenommen werden“, sagt Wilfried Kampen, der bei Atlas Copco Tools als Fachreferent für Seminare und Trainings tätig ist. Denn wenn montierte Verbindungen über ihre gesamte Betriebslebensdauer „richtig dicht“ bleiben, habe qualifiziertes Personal den maßgeblichen Anteil hieran. Laut Kampen habe das auch der Gesetzgeber erkannt, weshalb sich hier momentan wichtige Änderungen ergeben.

Bisher reichten eine Berufsausbildung zum Beispiel als Techniker oder schlicht längere Erfahrung aus, um ohne zusätzliche Qualifizierung die Montage von Flanschverbindungen vorzunehmen. Eine im Dezember 2013 erschienene neue Norm sieht das anders: Die DIN EN 1591-4 „Qualifizierung der Befähigung von Personal zur Montage von Schraubverbindungen in druckbeaufschlagten Systemen im kritischen Einsatz“ löst die bisher gültige DIN CEN/TS 1591-4 ab.

Qualifizierung des Montagepersonals und der Verantwortlichen

Im Unterschied zu ihrer Vorläufer-Norm gilt die DIN EN 1591-4 nicht nur für das Montagepersonal und für Verschraubungsmonteure, sondern auch für deren Vorgesetzte, die verantwortlichen Ingenieure und die technische Leitung. Sie regelt die Qualifizierung in einem modularen System, in dem über die Grundqualifizierung hinaus weitere Schulungen absolviert werden können. Insgesamt sieht die neue Norm elf unterschiedliche Module mit zielgruppenspezifischen Inhalten vor, um allen Entscheidungsebenen die bestmögliche Fachkompetenz an die Hand zu geben. Neu ist zudem, dass spätestens nach fünf Jahren die Befähigung der jeweiligen Mitarbeiter erneut nachzuweisen ist. Wo die wichtigsten Neuerungen und Unterschiede liegen, fasst die nebenstehende Tabelle zusammen.

„Den meisten Industrie- und Dienstleistungsbetrieben ist die DIN EN 1591-4-gemäße Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahmen natürlich nicht aus dem Stegreif möglich“, ist Wilfried Kampen klar. Doch er und seine Kollegen können mit entsprechenden Trainings der Atlas-Copco-Akademie helfen. Mit Blick auf die Einführung und Umsetzung der neuen Norm kooperiert Atlas Copco mit der Lannewehr + Thomsen GmbH Co. KG, die auf dem Sektor der Flanschverbindungen und Dichtungstechnik unter dem Markennamen Flangevalid als profunde Kennerin der Materie gilt. „Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein deutlich breiter gewordenes Trainingsprogramm zur DIN EN 1591-4 einschließlich der umfangreichen Ausstattung zur Durchführung der praktischen Schulungen“, sagt Kampen. Was Anwender wissen müssen, vermittelt ab sofort das „Seminar zum geprüften Verschraubungsmonteur gemäß DIN EN 1591-4“ von Atlas Copco Tools. Diese und andere Trainings rund um die Schraubmontage macht Atlas Copco auch zum Thema auf der Fachmesse Control in Stuttgart (6. bis 9. Mai, Halle 7, Stand 7226).

Flangevalid-Geschäftsführer Peter Thomsen beurteilt die gemeinsame Initiative, Industriekunden die Anpassung an die neue Norm so leicht wie möglich zu machen, sehr positiv: „Die Trainings der Atlas-Copco-Akademie bieten alles aus einer Hand“, versichert der Experte. Von technischen Hintergründen über die Auswahl und den Umgang mit Verschraubungswerkzeugen und Dichtungselementen bis zur normgerechten Erstellung einer Flanschverbindung nach den Anforderungen der DIN EN 1591-4:2013 werde das gesamte Spektrum abgedeckt. Wilfried Kampen betont, dass dieses Portfolio praktisch allen Branchen offenstehe: „Flanschverbindungen kommen in der gesamten Prozessindustrie vor – in Raffinerien, bei Energieerzeugern oder Versorgungsunternehmen. Schulungsbedarf ergibt sich für nahezu alle Betriebe der Gewinnungs- und Verarbeitungswirtschaft.“ Die Aus- und Fortbildungstrainings starten im zweiten Quartal 2014.

Trainings starten im zweiten Quartal 2014

Um nur einen kleinen Vorgeschmack auf den Trainingsinhalt zu geben, beschreibt Peter Thomsen exemplarisch einen klassischen Montagefehler, der als vermeintlich kleine Ursache großes Störfallpotenzial in sich birgt: Wer in einer Flanschverbindung aus Unwissenheit eine Halb-Zoll-Schraube (entspricht einer Weite von etwa 12,7 mm) gegen eine scheinbar gleich große metrische Schraube der Größe M12 ersetzt, verringert die Auflagefläche bereits um 6 %. „Das heißt, dass Sie bei gleichem Drehmoment eine völlig andere Vorspannkraft in Ihrer Schraubverbindung erzeugen, die dummerweise ein echtes Dichtigkeitsproblem in Ihrem Flansch provoziert.“ Eine solche Vorgehensweise würdigen manche Sachverständige als grob fahrlässig, weiß Thomsen, der als Gutachter für Industrieunternehmen und Versicherungen in puncto Flanschverbindungen tätig ist.

Qualifikationen auf Aktualität hin überprüfen

Wilfried Kampen empfiehlt Schulungsinteressenten zudem, bisherige Qualifikationen für Arbeiten in diesem sensiblen Sektor genau zu überprüfen: „Selbst wenn das Montagepersonal Ihres Betriebs erst kürzlich an einer Qualifizierung teilgenommen hat, bedeutet das leider nicht, dass diese Fortbildung bereits der jetzt gültigen neuen Norm DIN EN 1591-4 entspricht. Versichern Sie sich in Ihrem eigenen Interesse, dass Vorgaben und Anforderungen der aktuell vorliegenden Norm eingehalten werden“, mahnt der Technische Referent für Seminare und Trainings.

Autor: Heiko Wenke, Atlas Copco Tools Central Europe GmbH


Bild 1: In der Praxis werden Flanschverbindungen häufig mit Schlagschraubern montiert. Diese Werkzeuge gibt es auch in ATEX-zertifizierter Ausführung (wie im Bild der PRO-Schrauber von Atlas Copco Tools) für explosionsgefährdete Arbeitsumgebungen. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 2: „So weit, wie an dieser korrodierten und inzwischen stillgelegten Anlage, darf es natürlich nie kommen. Die Flanschtrainings, die Atlas Copco Tools mit unserer Unterstützung durchführt, vermitteln auch Wissen rund um die richtige Instandhaltung bestehender Flanschverbindungen“, sagt Flangevalid-Geschäftsführer Peter Thomsen. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 3: „Was leider häufig vergessen wird, ist nach der Montage die Überprüfung der Schraubverbindungen, etwa mit einem Drehmoment-Knickschlüssel“, sagt Wilfried Kampen, Technik-Referent bei Atlas Copco Tools. Die Überprüfung ist aber unverzichtbar. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 4: Überprüfung des aufgebrachten Drehmoments mittels Drehmoment-Knickschlüssel. Atlas Copco zeigt auf der Fachmesse Control diverse Drehmomentschlüssel seiner Schwestergesellschaft Saltus sowie weitere Werkzeuge und Messmittel zur Qualitätssicherung. (Bild: Atlas Copco Tools)


Bild 5: Kein Kraftwerk, keine Raffinerie und kein Chemiewerk ohne Flanschverbindungen. Was bei Erstellung, Betrieb und Instandhaltung der Flansche gemäß DIN EN 1591-4 zu beachten ist, lernen Interessierte in neuen Trainings von Atlas Copco Tools. (Bild: Atlas Copco Tools)