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Atlas Copco will in Köln und Essen 20 Millionen Euro investieren

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Schwedischer Konzern 2006 abermals mit Rekordumsatz und -gewinn. In Deutschland 150 offene Stellen für Ingenieure, Techniker und Monteure 

Die Atlas Copco Holding GmbH mit Sitz in Essen will in den nächsten zwei Jahren allein in Nordrhein-Westfalen über 20 Millionen Euro investieren. Das sagte Geschäftsführer Peter Kinnart anlässlich der Präsentation des Jahresberichts des schwedischen Konzerns. „Das Geld wird vor allem in unsere Werke in Essen und Köln fließen." In Köln fertigt die Atlas Copco Energas GmbH vor allem Gas- und Prozesskompressoren; in Essen wird das Werk der Atlas Copco Contruction Tools GmbH (früher: Krupp Berco Bergbautechnik) ausgebaut, das unter anderem hydraulische Aufbrechhämmer produziert.

„Die Nachfrage nach diesen Produkten ist sehr hoch und wird sich in nächster Zeit wohl nicht abschwächen", unterstreicht Kinnart. „Wir müssen die Kapazitäten aufstocken, um dem Markt auch in den nächsten Jahren gerecht werden zu können." Das gelte auch für die anderen Geschäftsbereiche der Holding. Zur weiteren Expansion seien allein in diesem Jahr rund 150 offene Stellen zu besetzen. Gesucht werden vor allem Vertriebs-Ingenieure, Service- und Elektrotechniker, aber auch Konstrukteure, Monteure und Bediener für CNC-Maschinen.

Wie Peter Kinnart weiter erklärte, haben die deutschen Gesellschaften des schwedischen Atlas-Copco-Konzerns 2006 einen Umsatz von 544 Millionen Euro erreicht, rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr (486 Mio. Euro). Zum Jahreswechsel beschäftigte die Gruppe hierzulande rund 1600 Mitarbeiter (Ende 2005: 1410 Beschäftigte). Das starke Wachstum sei einerseits organisch erfolgt, andererseits Folge einiger Zukäufe. So stieg die Anzahl der unter dem Dach der deutschen Holding vereinten Gesellschaften binnen eines Jahres von acht auf elf; mit der Übernahme der Rodcraft Pneumatic Tools GmbH & Co. KG, Mülheim an der Ruhr, wird das Dutzend voraussichtlich noch im ersten Quartal 2007 voll. Die Anzahl der Mitarbeiter wird damit auf 1680 steigen.

Größte Expansion in der Kompressortechnik

In Deutschland hat Atlas Copco drei Geschäftsbereiche: die Kompressortechnik, die Industrietechnik sowie die Bau- und Bergbautechnik. Die größte Expansion hat 2006 der Geschäftsbereich Kompressortechnik erlebt. Sehr rege war die Nachfrage nach Gas- und Prozesskompressoren, speziell aus China, für den Einsatz in Luftzerlegungsanlagen und chemischen sowie petrochemischen Anlagen. Diese Maschinen werden von der Atlas Copco Energas GmbH am Standort Köln produziert und weltweit vertrieben. Doch auch die Binnenkonjunktur zieht an, betont Kinnart: Der Umsatz mit Kompressoren, Anlagen zur Druckluftaufbereitung und den damit verbundenen Dienstleistungen habe auch in Deutschland im zweistelligen Prozentbereich zugelegt.

Gute Baukonjunktur / Sonderbewegung in der Erdwärme

Der Geschäftsbereich Bau- und Bergbautechnik verzeichnete 2006 im Jahresvergleich ein hohes zweistelliges Wachstum. Die Nachfrage war vor allem getragen von der verbesserten Konjunktur in den Branchen Bau und Abbruch. „Der Optimismus in diesem Markt zeigt sich auch bei den Vermietgesellschaften, die ihre Flotten aufgestockt haben", führt Atlas Copcos Holding-Geschäftsführer Peter Kinnart aus. Das gelte beispielsweise für Stromerzeuger in der Baubranche oder für hydraulische Abbruchgeräte. Eine Sonderbewegung sei im Bereich Erdwärme zu verzeichnen. Hier hätten die hohen Energiepreise zu starkem Wachstum geführt. Angesichts voraussichtlich weiter steigender Preise und der verstärkten Nutzung alternativer Energieträge wie der Erdwärme rechne Atlas Copco in den nächsten Jahren mit einer anhaltend guten Konjunktur.

Zukäufe verstärken die Schraubtechnik

Durch Zukäufe hat sich Atlas Copco 2006 speziell in der Schraubtechnik verstärkt: Ende August wurde der Industriewerkzeughersteller Microtec Systems GmbH, Villingen-Schwenningen, mit 18 Beschäftigten und zwei Millionen Euro Umsatz (2005) übernommen. Ende Oktober folgte der Schraubtechnik-Spezialist Technisches Büro Böhm GmbH, Dingolfing, mit rund 30 Beschäftigten und sechs Millionen Euro Umsatz (ebenfalls 2005). Rodcraft kommt in diesem Quartal mit 78 Beschäftigten und rund 23 Millionen Euro Umsatz (2006) hinzu.

Microtec entwickelt und fertigt anspruchsvolle elektrische Schraubmontagewerkzeuge für kleine Schrauben und Drehmomente, wie sie in der Elektro- und Elektronikindustrie oder der Uhrenfertigung gängig sind. Das Technische Büro Böhm ist spezialisiert auf Dienstleistungen und Beratungen in der Schraubtechnik und unterhält umfangreiche Serviceverträge mit mehreren Automobilherstellern in Süddeutschland. Rodcraft rüstet Automobil-Werkstätten aus. Das Unternehmen vertreibt unter anderem Druckluftwerkzeuge, Mess- und Prüfgeräte, etwa für Reifendruck und Bremsflüssigkeit, sowie Werkstatt-Ausstattung wie Fahrzeugheber, Krane oder Geräte für den Ölservice.

Aus dem Technischen Büro Böhm und dem Service-Bereich der Atlas Copco Tools Central Europe GmbH formte die Holding zum 1. Januar 2007 das größte Dienstleistungsunternehmen für Industriewerkzeuge, die TBB Industrial Tools Services GmbH mit Sitz in Dingolfing. Das Unternehmen startete mit rund 120 Mitarbeitern, weitere 20 sollen im Laufe des Jahres hinzukommen.

Mit den Übernahmen von Microtec und dem Technischen Büro Böhm soll die rege Nachfrage nach prozesssicherer Schraubtechnik und korrespondierendem Service besser bedient werden. Zwar hat die Automobilindustrie, eines der großen Standbeine von Atlas Copco Tools, in Deutschland kaum neue Montagelinien aufgebaut und daher eine nur wenig höhere Nachfrage als 2005 entwickelt. Dafür lief das Geschäft mit der übrigen Industrie „hervorragend", wie Tools-Chef Yngve Revander betont. Die neue Service-Gesellschaft zu schaffen, sei ein strategischer Schritt, mit Dienstleistungen in der Schraubtechnik weiter zu wachsen.

Konzern weltweit wieder mit Rekordjahr

Seinen weltweiten, konsolidierten Umsatz hat der schwedische Maschinenbau-Konzern Atlas Copco AB 2006 um 20 % auf 5,6 Milliarden Euro gesteigert (50,5 Mrd. SEK). Der Betriebsgewinn stieg um 33 % auf einen neuen Rekord von 1 Mrd. Euro (9,2 Mrd. SEK). Die operative Marge betrug 18,2 %. In den fortgeführten Konzernbereichen Kompressortechnik, Industrietechnik und Bau- und Bergbautechnik wuchs der Gewinn auf 692 Mio. Euro (549 Mio. Euro). Konzernchef Gunnar Brock sprach von „extrem guten Zahlen". Die Bemühungen, die Marktpräsenz und -durchdringung in allen Sparten zu steigern, habe sich „klar ausgezahlt". Der Vorstand wird der Hauptversammlung angesichts der hohen Gewinne vorschlagen, die Dividende von 4,25 SEK auf 4,75 SEK zu erhöhen sowie eine Sonderausschüttung von 44,75 SEK je Aktie vorzunehmen (ca. 4,95 Euro).