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Äpfel nicht mit Birnen vergleichen
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Druckluft- und Elektrowerkzeuge: Vibrationen müssen in drei Dimensionen gemessen werden
Druckluft- und Elektrowerkzeuge vibrieren im Betrieb. Um Mitarbeiter vor den damit verbundenen Belastungen für Hände und Arme zu schützen, sollten Arbeitgeber die Vibrationswerte der Geräte kennen und beurteilen können. Doch beim Vergleich unterschiedlicher Werkzeuge muss klar sein, ob die Werte in drei Achsen oder nur in einer Dimension gemessen wurden. Seit 2010 gilt als Richtlinie die dreidimensionale Messung.
Essen, Juli 2011 – In die neue europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EC ist eine kleine Formulierung eingefügt worden, die große Folgen hat, aber bislang kaum zur Kenntnis genommen wurde: Seit Anfang 2010 gilt, dass alle Werkzeughersteller, die ihre Produkte in Europa vermarkten, den Gesamtvibrationswert ihrer Maschinen angeben müssen. Das bedeutet, dass die Vibrationswerte nun in drei Achsen gemessen und angegeben werden müssen. Bislang war es üblich, eindimensionale beziehungsweise einachsige Werte anzugeben.
Diese Forderung hat sich noch nicht herumgesprochen. Sie bedeutet einen hohen Aufwand für die Hersteller sowie Unsicherheit bei Arbeitgebern, Betriebsleitern und Anwendern von Werkzeugen, die nun in den Produktkatalogen unterschiedlicher Anbieter nur noch Äpfel mit Birnen vergleichen können. Denn die „neuen“ Vibrationswerte liegen in den meisten Fällen um etwa 50 % über den einachsig gemessenen Werten. „Gemäß der europäischen Maschinenrichtlinie 98/37/EC muss jeder Hersteller in seiner Produktdokumentation den zu jedem Werkzeug gehörigen Vibrationswert angeben“, erklärt Lars Skogsberg, Leiter der Ergonomie-Abteilung bei Atlas Copco Tools in Schweden. „Standardgemäß war das aber bislang entsprechend ISO 8662 ein einachsiger Vibrationswert. Mit anderen Worten: Die Vibrationen wurden nur in einer Richtung gemessen.“
Um der neuen Richtlinie zu entsprechen, hat Atlas Copco Tools die Vibrationswerte aller vorhandenen Werkzeuge neu gemessen – eine umfangreiche Aufgabe. „Wir sehen uns als Vorreiter bei der Ergonomie und nehmen unsere Verantwortung unseren Kunden gegenüber ernst“, erklärt Skogsberg. „Deshalb haben wir außerdem bei allen neuen Werkzeugen, die wir in letzter Zeit entwickelt haben, sowohl ein- als auch dreiachsige Messungen der Vibrationswerte durchgeführt.“ Dadurch sei ein Vergleich von Äpfeln mit Äpfeln und von Birnen mit Birnen möglich. Eigens für diese Aufgabe hatten die Schweden zusätzliche Vollzeit-Fachkräfte eingesetzt, die ausschließlich mit diesen Messungen beschäftigt waren. Auch die gesamte Dokumentation und eine Menge technischer Literatur wurde aktualisiert.
Überarbeitung der Normen
Zusätzlich zur Durchführung der dreiachsigen Messungen mussten sämtliche Normen für die Vibrationswerte überarbeitet werden. Als Vorsitzender der ISO-Arbeitsgruppe, die für die Überarbeitung der Standards verantwortlich war, hat Lars Skoksberg selbst viel Zeit in die Ausarbeitung der neuen Normen investiert.
Hersteller müssen die Richtlinie befolgen, wenn ihre Werkzeuge das CE-Zeichen tragen sollen. „Aber es gibt noch viel Unsicherheit und Verwirrung“, weiß Skogsberg: „Großkunden tendieren zu den Werkzeugen mit den geringsten Vibrationswerten. Und jetzt sehen sie plötzlich, dass die angegebenen Vibrationswerte etwa 1,5-fach höher ausfallen.“ Dies müsse man Anwendern schlüssig erklären.
Atlas Copco Tools gibt die Vibrationswerte seiner Werkzeuge an mehreren Stellen an:
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Auf der Internetseite www.atlascopco.com/tools/ergonomics (englischsprachig). Dort gibt es Links zu allgemeinen Richtlinien in Sachen Vibrationen, zusätzliche Informationen und eine PDF-Datei mit Vibrations- und Lärmpegelwerten. Die PDF-Datei wird regelmäßig aktualisiert;
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auf den hinteren Innenseiten des neuen Industriewerkzeuge-Hauptkatalogs;
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in allen neuen Drucksachen mit technischen Daten;
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in allen technischen Dokumentationen, die zum Lieferumfang des Werkzeugs gehören.
Bild 1: Die Vibrationen von Handwerkzeugen müssen neuerdings in drei Dimensionen gemessen und angegeben werden. Im Bild Atlas-Copco-Mitarbeiter beim Vermessen einer Schleifmaschine. (Foto: Atlas Copco Tools)
Bild 2: Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter vor gesundheitlichen Gefahren schützen. Dazu gehört – zum Beispiel – die Bereitstellung und Verwendung möglichst vibrationsarmer Werkzeuge, wie der GTG-Turbinenschleifmaschine von Atlas Copco Tools. (Foto: Atlas Copco Tools)


