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Flugzeughangar mit 92-m-Dach vibrationsarm montiert

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Ingenieurholzbau: Druckluft-Meißelhämmer verbinden Leimbinder

Um drei Monate Bauzeit und ein Drittel der Kosten für einen Großhangar zu sparen, hat sich ein auf Flugzeugumbauten spezialisiertes Unternehmen für eine Holzkonstruktion entschieden. Die Holzbau Amann GmbH errichtet das Tragwerk mit 92 Metern Dachspannweite und verwendet zum prozesssicheren Eintreiben der Nägel ergonomische Schlagwerkzeuge von Atlas Copco Tools.

Essen, Dezember 2011 – Kräne wuchten 40 m lange Bogensegmente von einem Spezialtransporter, bringen an die 14 t schwere Bauteile in bis zu 27 m Höhe in Position: Am Europa-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg wächst ein neuer Flugzeughangar in den Himmel. Das Besondere an dieser 100 m langen Halle im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Schweiz, in der ein Luftfahrtdienstleister ab 2012 Jets warten und umbauen wird: Sie ist aus Holz. „Gegenüber einer Stahlkonstruktion bauen wir diesen Hangar drei Monate schneller und rund 30 Prozent günstiger“, sagt Peter Amann, Gesellschafter der Holzbau Amann GmbH aus Weilheim-Bannholz. Das Unternehmen hat bereits das Centre Pompidou im französischen Metz oder spektakuläre Hallenbauten für die Hannover-Messe realisiert; entsprechend routiniert gehen die Holzbauspezialisten aus Südbaden an ihr jüngstes Projekt.

Heute stehen Montagearbeiten für die südliche Hallenlängswand auf dem Programm. Eine wichtige Aufgabe ist das Erstellen der Pfostenanschlüsse. „20 Rillennägel von acht Zentimetern Länge und sechs Millimetern Dicke verbinden die sogenannten Riegel an ihren Enden mit den Vertikalstützen“, erklärt Peter Amann. Die Riegel sind bis zu 52 cm breite und 26 cm hohe Leimbinder aus Nadelholz. Sie werden horizontal eingebaut und nehmen später die äußere Wandverkleidung auf. Für das Eintreiben der selbstsichernden Rillennägel verwenden seine Zimmerleute RRF-31-Meißelhämmer von Atlas Copco Tools. Die Werkzeuge arbeiten mit einer Frequenz von 38 Schlägen in der Sekunde. „Das ist sehr schnell und produktiv“, lobt der Unternehmer. Vom Ansetzen bis zur Kopfauflage des Nagels vergehen keine zwei Sekunden. Ein weiterer Vorteil liege in den günstigen Kosten für Nagelverbindungen. Im Ingenieurholzbau gebe es eine Vielzahl statischer und konstruktiver Möglichkeiten, die auch Schraubverbindungen vorsehen. „Zum Teil sind, wie bei dieser Stoßverbindung, genagelte Varianten einer Verschraubung statisch ebenbürtig – und Nägel sind wesentlich preiswerter als Schrauben“, erklärt der Holzbaufachmann.

Leichteres Arbeiten auch über Kopf

Die Ergonomie ist für Peter Amann ebenfalls wichtig. Weil vielfach über Kopf gearbeitet werden muss, sei das geringe Werkzeuggewicht von nur 2,5 kg sehr vorteilhaft. Die RRF-Hämmer weisen deutlich weniger schädliche Schwingungen auf als früher eingesetzte Schlagwerkzeuge; denn ihr Schlagwerk ist vollständig vom Gehäuse abgekoppelt. Das schützt die Werker vor schädlichen Rückstößen und Vibrationen. Mit jedem einzelnen Impuls gehen die 4,4 Joule (J) Schlagkraft direkt in die Nagelverbindung – und nicht in Arme und Hände des Bedieners.

Ursprünglich hatte Atlas Copco die RRF-Meißelhämmer für das ergonomische Abtragen von Schlacken und Graten in der Metallindustrie entwickelt. Doch was für die Stahlbearbeitung gedacht war, nutzt Peter Amann nur zu gern für seinen nachwachsenden und damit klimafreundlichen Baustoff. Die hohe Schlagleistung in Verbindung mit dem schwimmenden Schlagwerk sei die ideale Kombination für Montageaufgaben mit Holz, urteilt Amann. „Reine Handarbeit mit dem Zimmermannshammer wäre viel zu anstrengend und langwierig, und bei ungedämpften Druckluftwerkzeugen würden wir vibrationsbedingte Gesundheitsschäden bei unseren Mitarbeitern riskieren.“

Führungshülse verhindert Abrutschen beim Nageln

Bei mehreren Hundert Nagelverbindungen, die täglich zu erstellen sind, rechneten sich die RRF-Hämmer schon nach kurzer Zeit. Um den Nagelvorgang noch effizienter und sicherer zu machen, nahmen die Badenser allerdings eine Modifikation an ihren schlagenden Werkzeugen vor: Sie setzten eine Führungshülse aus Sechskantstahl an die Stelle der standardmäßig mitgelieferten Meißel-Haltefeder. „Da wir statt eines Meißels einen Döpper verwenden, erleichtert unsere selbst konstruierte Hülse das Setzen der Rillennägel und vermeidet, dass wir vom Nagelkopf abrutschen. Krummgehauene Rillennägel gibt es seitdem nicht mehr, und alle Nägel werden gleichmäßig und bündig eingebracht.“
 
Autor: Heiko Wenke
 
 
 

Über die Holzbau Amann GmbH:

Das 1932 von Xaver Amann gegründete Unternehmen mit 50 Mitarbeitern ist auf verschiedene Holzbautechniken spezialisiert und kann auf weltweite Referenzen verweisen. Unter anderem wurden weit über 100 Mehrzweck-, Sport- und Industriehallen realisiert, ferner über 75 schlüsselfertige Wohnhäuser sowie  etwa 50 Sonderbauten, darunter Sprungschanzen, Türme und Brücken. Zu den herausragenden Projekten zählen das Expo-Dach in Hannover, der Bundesgartenschau-Turm in Magdeburg und das futuristisch anmutende Objekt „Chesa Futura“ des britischen Stararchitekten Lord Norman Foster in St. Moritz.



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Bild 1: Peter Amann, Gesellschafter der Holzbau Amann GmbH aus Weilheim-Bannholz: „Mit den robusten RRF-Meißelhämmern erstellen wir statisch wichtige Nagelverbindungen zuverlässig und in kürzester Zeit.“ (Foto: Atlas Copco Tools)


Bild 2: Schnell, ergonomisch und sicher: Für den statisch wichtigen Pfostenanschluss treiben die handlichen RRF-Meißelhämmer von oben und unten jeweils 10 Rillennägel in den 52 cm breiten Leimbinder-Riegel. (Foto: Atlas Copco Tools)


Bild 3: Die vibrationsarmen Druckluftwerkzeuge benötigen für das Eintreiben des Nagels – vom Ansetzen bis zur Kopfauflage – weniger als zwei Sekunden. (Foto: Atlas Copco Tools)


Bild 4: Zimmermann Pascal Ebner: „Die leichten Werkzeuge eignen sich sehr gut für Über-Kopf-Arbeiten und haben einen feinfühligen Starter. Außerdem lassen sich die Hämmer durch ihren großen D-Handgriff auch mit Handschuhen einfach bedienen.“ (Foto: Atlas Copco Tools)


Bild 5: Nagelprobe bestanden – die ergonomischen RRF-Meißelhämmer bewähren sich im Holzbau. (Foto: Atlas Copco Tools)


Bild 6: Stoßelemente aus verzinktem Stahl verbinden die bis zu 40 m langen und 14 t schweren Leimbinder-Bogensegmente des Hangardachs. Das freitragende Dach wird eine Spannweite von 92 m haben. 170 Nägel je Laschenseite garantieren den sicheren Halt dieser anspruchsvollen Konstruktion. (Foto: Atlas Copco Tools)


Flugzeughangar mit 92-m-Dach vibrationsarm montiert